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Sehr wichtige Information, eingestellt von A.Gronauer

Zur Information und Beachtung

Die Zackenschote hat sich in der letzten Zeit auch um Gera rasant ausgebreitet.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Kornelia Meyer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stadtverwaltung Gera
Fachdienst Kultur
Museum für Naturkunde und Botanischer Garten
Nicolaiberg 3, 07545 Gera
Fon: 0365 52003
Fax: 0365 52025
E-Mail: Meyer.Kornelia@gera.de

> Sehr geehrte Damen und Herren,

wer in diesen Tagen Zeit aufmerksam durch das Land fährt, wird vielleicht die an vielen Orten üppig blühenden Zackenschoten wahrnehmen (und nicht mit Raps verwechseln, dessen Blüte bald vorbei ist). Die Pflanze hat sich in den letzten Jahren in Jena und Umgebung, aber auch sonst an vielen Stellen in Thüringen, rasant ausgebreitet. Die Ursachen sind vielfältig, sie liegen vermutlich in veränderter Landnutzung, Nährstoffeinträgen, jahrelanger Untätigkeit seitens Landmanagern und Behörden und weiteren Faktoren.
Wer die Pflanze für harmlos hält, weil sie vorwiegend ohnehin nährstoffreiche Standorte bevorzugt (die naturschutzfachlich weniger interessant sind) sollte sich im Saaletal umschauen. Die Pflanzen erobern von den fetteren Standorten auch die trockeneren Wiesen und Halbtrockenrasen. Ungünstige Pflegeregime mit Schafen, ungünstige Mahdzeitpunkte und Mulchen haben die Ausbreitung beschleunigt. Durch ‚kontaminierte‘ Bodentransporte finden sich die Pflanzen inzwischen an jeder Baustelle in Jena, an jedem Verteilerkasten und Telegrafenmasten, der neu gesetzt wird. Feldrandstreifen bestehen vielfach nur noch aus Zackenschoten und ein paar Gräsern und Brennessel.
Anbei ein Bild aus dem Naturschutzgebiet Pennickental in Jena für einen Eindruck, was passieren kann. Das sieht hübsch aus, ist aber ein Desaster für die biologische Vielfalt des Gebietes.
2014_05_11_Pennickental1246
In Thüringen muss bei diesem Problem dringend gehandelt werden. Zum einen müssen wir die Naturschutzgebiete und andere wertvolle Naturflächen vor dem weiteren Vordringen bewahren. Zum anderen muss durch Aufklärung und andere Maßnahmen erreicht werden, dass der extremen Ausbreitungsdynamik der Pflanze ein Riegel vorgeschoben wird. Wir haben in Jena z.B. ein Informationsblatt aufgelegt und führen Bekämpfungsaktionen mit Freiwilligen durch. Zudem haben wir mit den städtischen Betrieben und vielen Landbesitzern über die richtige Mahd von Bunias gesprochen. Da das Problem auch viele andere Gebiete in Thüringen betrifft, sollte dies aber weitere Kreise auf Landesebene ziehen.
Das Faltblatt (elektronisch) finden Sie hier (eine Auflage für andere Gebiete ist nach Absprache problemlos möglich und kostengünstig):
 
Konkret für dieses Jahr empfehlen wir Bunias ab sofort und so flächendeckend wie möglich zu mähen. Zur Zeit sind die Pflanzen gut zu erkennen und sie haben noch keine Samen ausgebildet. Im optimalen Fall werden die Pflanzen zu einem Zeitpunkt gemäht, an dem sie keinen zweiten Blühtrieb mehr bilden (im Raum Jena rechnen wir damit um die Monatswende zum Juni, eine ca. 2wöchige Phase). Andernfalls ist eine weitere Mahd (ggf. selektiv) erforderlich. Eine Mahd nach Einsetzen der Samenreife ab ca. Anfang Juni führt zu weiterer Vermehrung der Pflanzen. Der „worst case“ ist das Mulchen im Juli, was die Pflanzen maximal begünstigt. Weiterentwicklung zu Wald ist eventuell punktuell eine Option.
In Jena beginnen wir jetzt auch mit einer wissenschaftlichen Bearbeitung des Phänomens Zackenschote.
Bitte leiten Sie diese Informationen wenn möglich auch an andere zuständige Behörden, Landnutzer, Naturschützer etc. weiter. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gunnar Brehm
Institut für Spezielle Zoologie mit Phyletischem Museum
Vor dem Neutor 1
07743 Jena
03641 94 91 84
gunnar.brehm@uni-jena.de
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