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Beiträge mit Schlagwort ‘Windmühle’

Die neue Windmühle!


Unter Ableitung von Sascha Neudert, Diplomingenieur für Holztechnik und dem Kettensägenkünstler Marcus Malik schufen junge Leute diese einmalige Arbeit.

Finanziert vom Thüringer Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und von der Arge / Jobcenter Gera, hat das Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum Otegau als Projektträgergesellschaft junge Leute geschult und begleitet, um ihnen Selbstvertrauen und Wissen für ihre Ausbildung oder den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu vermitteln.

Wie bereits in der Presse zu lesen war wurden über 80 Skulpturen geschaffen, diese wurden und werden im gesamten Stadtgebiet aufgestellt, die Scheubengrobsdorfer Saarbachtalschule bekommt z.b. eine „Kräuterhexe“.

(Anmerkung: Zum Schulfest am 23.September 11 wurde die „Kräuterfrau“ den zahlreichen Besuchern vorgestellt.)

Mancher wird sich nun fragen, warum ausgerechnet eine Windmühle!

Die Antwort liegt in unserer über 740 jährigen Geschichte: 

160 Jahre stand die Windmühle auf der Anhöhe, 332 m über dem Meeresspiegel zwischen Dürrenebersdorf und Weißig. Mühle, Wohngebäude und Nebengelass stehen auf Dürrenebersdorfer Flur, die Ortsgrenze ist auf der Weißiger Höhe.

Die Bockwindmühle, die zuvor im Oberland stand, wurde 1819 von Jacob Jahn, mit dem heute noch stehenden Wohn- und Nebengelass ausgebaut. Damit hatten die umliegenden Dörfer nicht mehr den weiten Weg bis Scheubengrobsdorf.

Müller und Eigentümer wechselten häufig: 

1821 – 1824  Schröter, Christian Traugott

1824 – 1846  Schröter, Carl August       

1846 – 1868  Schröter, Heinrich August

1868 – 1877  Böttcher, Franz Eduard

1877 – 1878  Funke, Karl

1878 – 1880  Seidner, Andreas Heinrich

1879 – 1880  Seider, Emilie   geb. Rose

1880 – 1882  Fröhlich, Hermann

1882 – 1893  Schenker, Moritz

1893 – 1894  Nitsche, Emil Paul

1894 – 1934  Gehrmann, Carl Louis – letzter Windmüller Geras

1934 – 1969  Gehrmann, Richard 

1949 meldete Richard Gehrmann den Futtermittelhandel ab. Nur Getreide für Futterzwecke wurde bis Ende der Fünfzigerjahre, in Lohnarbeit, gequetscht und geschrotet. Wie lange eine Bäckerei betrieben wurde, ist ungewiss. An die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg können sich aber noch viele erinnern, dass es bei Gehrmann`s ein gutes Brot und gute Semmeln gab. Der Blechkuchen und auch der Stollen wurden zum Abbacken hingebracht. In den letzten Jahren gab es auch feines Gebäck.

1954 wurde die Bockwindmühle unter Denkmalschutz gestellt.

1969 meldete Richard Gehrmann sein Gewerbe aus Altersgründen ab.

Der Zustand der Mühle war bedenklich und erforderte dringend einer Instandsetzung.

1970 übergab Richard Gehrmann die Windmühle für Museumszwecke der Stadt Gera. Nicht nur die Familie Gehrmann, auch viele Heimatfreunde kämpfen für den Erhalt des technischen Baudenkmals.  Auch die DDR- Fernsehsendung „Prisma“* setzt sich für den Erhalt des Kulturgutes ein, alle Anstrengungen bleiben jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Am 29.11.1978 beschließt der Rat der Stadt Gera, die Mühle ist als techn. Kulturdenkmal pflege- und erhaltungswürdig. Die Mühle kann in ihren ursprünglichen technischen Zustand wieder hergestellt werden. 

Maßnahmen: – die Mühle wird 1978 schrittweise abgebaut,

                         verwendbare Teile eingelagert,

                      – Wiederaufbau an neuem Standort 1979/1980

Finanzielle Mittel: 1978 50 000 Mark für Maurer- und Zimmererarbeiten

                             1979 70 000 Mark für Wiederaufbau

                             1980 30 000 Mark für nicht erfasste Leistungen, u.a. Gastronomie 

Im März 1979 wurde die Mühle vom Stadtbau abgebaut und Einzelteile im VEB Holzbau eingelagert. Nur eine kleine Menge der Teile ist wieder verwendbar. Die geplante Rekonstruktion würde einem völligen Neubau gleichkommen. Die Kosten für Material, Projekt und Fachkräfte wären unvertretbar hoch und das Material in der Republik nicht erhältlich. Deshalb kann 1980 und im Fünfjahresplan 1981-1985 keine Bereitstellung von Material und finanziellen Kennziffern geplant werden. Aus diesen Gründen muss die Umsetzung des Ratsbeschlusses von 1978 zurückgestellt werden. Damit war das Schicksal der Dürrenebersdorfer Bockwindmühle besiegelt.

Heute bewohnt die Tochter mit Ehemann Walter Bachmann das Wohnhaus der Mühle.

In der Hofer Straße 39 betrieb der Bäckermeister Ernst Böttcher bis Ende der Fünfzigerjahre ebenfalls eine Bäckerei. 

Aus der Ortschronik von Juni 2007

* Wir versuchten vergeblich den Beitrag beim Deutschen Rundfunkarchiv zu bekommen, vielleicht gibt es ja jemand der den Beitrag hat! 

Neben der Mühle wurde noch eine „Barfuss Fühlstrecke“ errichtet, diese stammt auch aus diesem Projekt!

Danke an alle Beteiligten für die Unterstützung!

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